† vermutlich 20. April 1970 in Paris;
eigentlich Paul Antschel, später rumänisiert Ancel,
woraus das Anagramm Celan entstand, war ein deutschsprachiger Lyriker.
1960 Georg-Büchner Literatur-Preis.
Die Jahre von dir zu mir. . .
Wieder wellt sich dein Haar, wenn ich wein. Mit dem
Blau deiner Augen
deckst du den Tisch unsrer Liebe: ein Bett zwischen
Sommer und Herbst.
Wir trinken, was einer gebraut, der nicht ich war,
noch du, noch ein dritter:
wir schlürfen ein Leeres und Letztes.
Wir sehen uns zu in den Spiegeln der Tiefsee und
reichen uns rascher die Speisen:
die Nacht ist die Nacht, sie beginnt mit dem Morgen,
sie legt mich zu dir.
Paul Celan
Ich lebe unter tausend weißen Steinen. . .
Ich lebe unter tausend weißen Steinen,
die alle Nächte schleuderten nach mir.
Ich häufe sie auf meinem schwarzen Leinen,
daß Du vorbeikommst wart ich hier.
Den Sonnenuhren raubte ich die Stunden
und nur den Blumen ließ ich ihre Zeit.
Die teilen sie mit meinen schwarzen Hunden
und meinen Käfern sagen sie Bescheid.
Dem Bogenschützen reichte ich die Pfeile.
Den Raben machte ich die Herzen keck.
Nun hat es mit dem Leben keine Eile.
Ich seh Dir zu, über das Meer hinweg.
Ich weiß den Mond um sieben Jahr verspäten,
doch das ich irgend Dich mit Sternen streif,
laß ich die Steine schwärmen als Kometen
und meine Seelen häng ich dran als Schweif.
Paul Celan
Wieder wellt sich dein Haar, wenn ich wein. Mit dem
Blau deiner Augen
deckst du den Tisch unsrer Liebe: ein Bett zwischen
Sommer und Herbst.
Wir trinken, was einer gebraut, der nicht ich war,
noch du, noch ein dritter:
wir schlürfen ein Leeres und Letztes.
Wir sehen uns zu in den Spiegeln der Tiefsee und
reichen uns rascher die Speisen:
die Nacht ist die Nacht, sie beginnt mit dem Morgen,
sie legt mich zu dir.
Paul Celan
Ich lebe unter tausend weißen Steinen. . .
Ich lebe unter tausend weißen Steinen,
die alle Nächte schleuderten nach mir.
Ich häufe sie auf meinem schwarzen Leinen,
daß Du vorbeikommst wart ich hier.
Den Sonnenuhren raubte ich die Stunden
und nur den Blumen ließ ich ihre Zeit.
Die teilen sie mit meinen schwarzen Hunden
und meinen Käfern sagen sie Bescheid.
Dem Bogenschützen reichte ich die Pfeile.
Den Raben machte ich die Herzen keck.
Nun hat es mit dem Leben keine Eile.
Ich seh Dir zu, über das Meer hinweg.
Ich weiß den Mond um sieben Jahr verspäten,
doch das ich irgend Dich mit Sternen streif,
laß ich die Steine schwärmen als Kometen
und meine Seelen häng ich dran als Schweif.
Paul Celan
Die Hand voller Stunden. . .
Gedicht von Paul Celan aus dem Gedichtband 'Mohn und Gedächtnis' gesprochen von Michael Zugowski - http://www.youtube.com/watch?v=RKV9i9Tajkg
Die Hand voller Stunden, so kamst du zu mir – ich sprach:
Dein Haar ist nicht braun.
So hobst du es leicht auf die Waage des Leids, da war es schwerer als ich…
Sie kommen auf Schiffen zu dir und laden es auf, sie bieten es feil auf den Märkten der Lust
Du lächelst zu mir aus der Tiefe, ich weine zu dir aus der Schale, die leicht bleibt.
Ich weine: Dein Haar ist nicht braun, sie bieten das Wasser der See, und du gibst ihnen Locken…
Du flüsterst: Sie füllen die Welt schon mit mir, und ich bleib dir ein Hohlweg im Herzen!
Du sagst: Leg das Blattwerk der Jahre zu dir – es ist Zeit, daß du kommst und mich küssest!
Das Blattwerk der Jahre ist braun, dein Haar ist es nicht.
Paul Celan
ein Anagramm Generator
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2 Kommentare:
Nicht Worte sollen wir lesen,
sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen.
Samuel Butler
Herzlichen Dank für den Kommentar
George